Buch über Irland geplant

Ich blogge seit viereinhalb Jahren zum Thema „irische Heimat“. Aus diesen zerstreuten Gedanken wollte ich schon immer ein Buch machen und veröffentlichen. Jetzt habe ich genügend Material für einen Essayband, an dem ich momentan arbeite. Ich hoffe, meine Blogleser werden mich auf diese weitere Reise begleiten.

Das Ziel des Buches ist, Irland für den interessierten deutschsprachigen Leser verständlich zu machen. Es geht eher um Verstehen als um Wissen, denn es gibt genug Bücher mit Statistiken, Analysen von Politik und Wirtschaft, Geschichte und dergleichen. Bei mir geht es um Irland auf einer tieferen, intuitiveren Ebene. Es ist und war schon immer mein Ziel in diesem Blog, eine Brücke zu schlagen zwischen Irland und dem deutschsprachigen Raum, indem ich Irland, oder was ich an Irland wichtig finde, in deutschen Begriffen erkläre. Es geht eigentlich um interkulturelles Verständnis, denn die Kulturen sind sehr verschieden, nicht nur im Fall von „exotischen“ Ländern, sondern auch innerhalb von Europa. Es gibt Deutsche, die Irland besuchen und nicht wirklich verstehen, und es gibt viel zu viele Iren, die von Deutschland und den Deutschen überhaupt nichts wissen. Indem ich meine langjährige Beziehung zum deutschen Kulturraum zu erklären versuche, erkläre ich vielleicht auch ansatzweise, was die Deutschen nach Irland bringt und was sie dort suchen (Rubrik „Wahlverwandtschaften“).

Ich trete am liebsten in der Erzählerrolle auf und nicht wie einer, der einen Vortrag hält oder eine Klasse unterrichtet. Ich sehe mich als einen, der in einer Kneipe sitzt und improvisierend erzählt. Ich erzähle aus meinem Leben und meiner Familiengeschichte und wie letztere in der modernen irischen Geschichte aufgeht. Zudem reflektiere ich über Probleme wie Sprache, Heimat, Identität, Bildung usw.

Einerseits bin ich ein ziemlich typischer Ire, wenn ich an meine Familie und Bildung denke oder sogar an die Erfahrung der Auswanderung. Es gibt aber in mir auch untypische Elemente: meine Verwendung der irischen (gälischen) Sprache, meine nordirische Abstammung, die Tatsache, dass ich Germanistik studiert habe, meine Beziehung zum Judentum und in den letzten Jahren zu Griechenland. Ich bin ein Außenseiter sowohl in Irland als auch im deutschen Raum, daher ist es vielleicht kein Zufall, dass ich nicht von irgendwo mitten in Deutschland rede, sondern vom Rande des Deutschen, im Bündnerland.

Das geplante Buch von rund 90 000 Wörtern wird 16 Essays enthalten, und zwar sowohl erzählende als auch abstraktere, erklärende. In den kommenden Wochen werde ich berichten, wie das Buch zustande kommt. Vielleicht wird der eine oder die andere LeserIn Vorschläge für mich haben.

 

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