Archiv der Kategorie: Irland

Gewissenskampf

Laut Berichten ist die Unabhängigkeit Kataloniens unter den führenden irischen Politikern zum Zankapfel geworden. In den 1960er-Jahren ging es auch so mit Biafra, wo irische Missionare sehr präsent waren. Freiheit für Minderheiten gegen nationalstaatliche Integrität: ein klassischer Gewissenskampf für das geteilte Irland.

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Irland und Kanada

Also der coole neue Justin-Trudeau-ähnliche Taoiseach Leo Varadkar neulich in Kanada war, verkündete er eine neue Richtung für Irland. Im Jahre 1948, als der damalige Ministerpräsident John A. Costello in Kanada war, rief er die irische Republik aus. Kanada hat etwas an sich…

Zum «Twalfth»

12. Juli: das große Fest der Oranier in Nordirland. Hoffen wir, dass es diesmal friedlich über die Bühne geht.

Steigende Temperaturen

 Auf einmal ist es Sommer. Auch in den Alpen. In Irland gab es schon letzte Woche eine sog. „Hitzewelle“ – bis 25 Grad! Stellt Euch vor! Viel kühler sind die normalen Temperaturverhältnisse auf der grünen Insel. Ich hatte fast vergessen… Trotzdem werde ich wirklich heiße Sommertage nie genießen.

Buchprojekt läuft

Mit meinem Buchprojekt mache ich weiter.  Ich versuche nämlich, Verleger in Deutschland für ein Essayband Irische Heimat zu interessieren. Hoffe, im kommenden Jahr ein Buch veröffentlichen zu können. Inzwischen bleibt der Inhalt dieses Blogs weiterhin zur Verfügung. Ich freue mich auf neue und alte Leser.

Frohe Ostern allseits

Wie Ihr wisst, ist Ostern eine wichtige Zeit in Irland, nicht nur in religiöser, sondern auch in historischer und politischer Hinsicht. Osterhasen gibt’s keine bei uns, Eiertütschen und bemalte Eier auch nicht, obwohl es Letztere einmal gegeben hat – wahrscheinlich. Auf jeden Fall, frohe Ostern!

Verklärte Stadt

Die Nachrichten über die andauernde politische Krise in Nordirland zeigen, wie schwer es den dortigen Bevölkerungsgruppen fällt, sich miteinander wirklich zu versöhnen. Auch anderswo in der Welt gibt es freilich solche Situationen, wo die Menschen nicht vorwärtskommen.

Oft habe ich das nordirische Derry, wo ich einen wichtigen Teil meiner Kindheit verbrachte, und das graubündnerische Chur, wo ich jetzt wohne, in historischer Hinsicht miteinander verglichen. Hoch in den mit Befestigungsmauern eingefriedeten Kathedralen dieser religiös entzweiten Städte denke ich unweigerlich an Jerusalem und all die lobenden und klagenden biblischen Stellen darüber. Gibt es eine mehr entzweite und konfliktbeladenere Stadt als Jerusalem? Und trotzdem spricht Johannes in der Offenbarung von einem neuen Jerusalem. Dies bedeutet einen radikalen Neuanfang, eine neue Stadt, die die alte irdische Stadt ersetzen soll. Und trotzdem geht es immer noch um das alte Jerusalem, nicht um eine ganz neue Stadt mit einem neuen Namen, etwa eine Neugründung in der Ferne. Die vertraute Topographie Jerusalems ist erkennbar, sie ist nur verklärt und verewigt worden. Johannes beschreibt die Mauern und die Tore und wie alles schön geometrisch angelegt ist. Es ist eine Utopie. Es ist auch der Himmel, das Paradies, das Reich Gottes.

Doch gewisse Menschen sind ausgeschlossen: jene, die Gräuel verüben und lügen, die Sünder also, deren Namen im Lebensbuch Gottes nicht geschrieben stehen. Eine Mauerstadt schließt einige ein und andere aus. Im Jenseits hat sich anscheinend doch nicht viel geändert.

Johannes prophezeit aber weiter. Er erzählt von einem Strom lebendigen Wassers, klar wie ein Kristall, der vom Tempelberg hinunterfließt und das umgebende Land bewässert. Und es gibt einen Garten, einen heiligen Hain, wo allerlei Bäume wachsen, mit Früchten für jeden Monat und deren Blätter werden der Heilung der Völker dienen.

Dann fügt er hinzu: Und es wird nichts mehr geben, was der Fluch Gottes trifft. Vielleicht geht es um das angekündigte Ausschließen der Sünder. Doch vielleicht werden die Menschen in einer Generalamnestie einfach vom Fluch befreit. Die Tore der Stadt werden nicht verschlossen, sagt er. Das klingt nicht gerade wie Exklusivismus, nicht wie eine verbotene Stadt.

Dies ist auch keine ideelle, imaginäre Stadt, sondern die vertraute, entzweite Stadt, die es in unserer Kindheit gab, und die es immer gegeben hat. Wir wissen von keiner anderen. Irgendwie aus der Stadt Jerusalem, der zerteilten, aus der Topographie der Feindschaft und des Hasses, könnten Versöhnung und Heilung kommen. Wir sind noch nicht dorthin gelangt. Wir leben auf dieser Erde. Doch die Vision tröstet.